Alberto Adriano – Unvergessen !

Alberto Adriano (* um 1960; † 14. Juni 2000 in Dessau)

Es ist die Nacht auf Pfingstsonntag, den 11. Juni im Jahr 2000.Zwei 16-jährige Neonazis aus Wolfen verpassen ihren Zug und lernen einen 24-jährigen Neonazi aus Bad Liebenwerda kennen, der ebenfalls seinen Zug verpasst hatte.Gemeinsam beschließen die drei Angetrunkenen grölend durch die Stadt zu ziehen.Dabei schreien sie Parolen wie „hier marschiert der nationale Widerstand“, „Sieg Heil!“ und dergleichen durch die fast menschenleeren Straßen in Dessau (Sachsen-Anhalt).Wenig später, gegen 1:45 Uhr treffen sie auf ihr Opfer, den gebürtigen Mosambikaner Alberto Adriano. Für die drei Neonazis damals Grund genug diesen zu beschimpfen und zu schlagen. Als Adriano zu Boden geht, treten die Täter – einer von ihnen mit Stahlkappenschuhen – minutenlang, vorwiegend auf seinen Kopf ein.Selbst als sich Adriano nicht mehr regt, lassen sie nur kurz von ihm ab.Sie kehren zu ihrem Opfer zurück, stehlen ihm seine Armbanduhr, treten wieder minutenlang unter rassistischen Beschimpfungen wie „du Negerschwein!“ auf ihn ein und entkleiden den bewusstlosen Mann.

Da Anwohner die Polizei alarmieren, können die drei Neonazis wenig später festgenommen werden. Noch in der gleichen Nacht kommen alle drei in Untersuchungshaft.Alberto Adriano wird am 14. Juni 2000 aufgrund seiner schweren Kopfverletzungen für hirntot erklärt. Der Fleischer, der mit Unterbrechungen seit 1980 in Deutschland lebte, hinterlässt eine Frau und drei Kinder.Als die Tat bekannt wird, mobilisieren Antifa und das „Bündnis gegen Rechtsextremismus“ (BgR) zu einem gemeinsamen Trauermarsch. Fünf Tage nach der Tat und zwei Tage nach Bekanntwerden des Todes von Alberto folgen dem Aufruf ca. 5000 Menschen. Im Anschluss bringen weit mehr als 1000 Antifaschist_innen in einer kraftvollen Demonstration ihre Wut zum Ausdruck.

10 Wochen nach dem Mord begann am 22. August 2000 in Halle der Prozess gegen die 3 Mörder Adrianos. Am 30. August 2000 werden alle drei Täter wegen gemeinschaftlichem Mord verurteilt. Die beiden 16-jährigen Frank Miethbauer und Christian Richter erhalten Haftstrafen von 9 Jahren, der 24-jährige Enrico Hilprecht erhält eine lebenslange Freiheitsstrafe. Alle 3 gaben als Motiv für den Mord an Alberto Adriano Fremdenhass“an.

Wenn Unwissenheit schützt

Feuertod von Oury Jalloh erneut vor dem BGH. Nebenklage rügt Rechtsverstöße im Prozeß gegen Polizisten.
Land Sachsen-Anhalt soll Opferfamilie entschädigen

Von Susan Bonath

Zum zweiten Mal wird sich der Bundesgerichtshof (BGH) mit dem Tod von Oury Jalloh im Polizeirevier Dessau beschäftigen. Er hat zu entscheiden, ob der Fall zum dritten Mal aufgerollt wird. Neben Verteidigung und Staatsanwaltschaft hat auch die Nebenklage Revision eingelegt. Deren schriftliche Begründung liegt junge Welt nun vor. Darin rügen die Anwälte der in Guinea lebenden Familie des Toten, Gabriele Heinecke und Philipp Napp, grobe Rechtsverstöße bei der Prozeßführung gegen den Polizisten Andreas Schubert. Zudem seien Schuldbeweise unzureichend in das Urteil eingeflossen.

Das Landgericht Magdeburg hatte den früheren Dienstgruppenleiter im Dezember der fahrlässigen Tötung für schuldig befunden und zu einer Geldstrafe von 10800 Euro verurteilt. Vor rund einem Monat erging das schriftliche Urteil. Schubert soll den Flüchtling unzureichend überwacht haben. Die genauen Umstände seines Todes im Januar 2005 blieben auch in diesem zweiten Prozeß ungeklärt. Die offiziell verbreitete These konnte das Gericht nicht beweisen. Dieser zufolge soll sich Oury Jalloh selbst angezündet haben, obwohl er mit Händen und Füßen rücklings an eine feuerfeste Matratze gefesselt war. Die Nebenkläger gehen davon aus, daß jemand anders das Feuer gelegt hat. So stimmten die Rückstände in dem vorgeblich im Brandschutt gefundenen Feuerzeug nicht mit den Materialien in der Zelle überein. Auch ließen gerichtsmedizinische Ergebnisse Zweifel an der Todesthese »Inhalationsschock«.

Zum einen, begründen Heinecke und Napp die Revision, habe es die Strafkammer unter der Vorsitzenden Richterin Claudia Methling mehrfach versäumt, einen Dolmetscher hinzuzuziehen, obwohl die Familie kein Deutsch spricht. »Die Angehörigen konnten somit ihre Rechte nicht wahrnehmen«, konstatieren die Anwälte. Nebenklägern stehe es gesetzlich zu, Zeugen zu befragen und Anträge zu stellen. »Dazu müssen sie der Verhandlung allerdings sprachlich folgen können.«

Andererseits kritisieren die Anwälte, daß das Gericht Schubert lediglich wegen fahrlässiger Tötung – was unstrittig sei –, nicht aber wegen Freiheitsberaubung mit Todesfolge verurteilt hat. »Im Prozeß wurde belegt, daß der Angeklagte Oury Jalloh zu Unrecht einsperren ließ.« So habe bei der Festnahme keine Straftat vorgelegen; es sei lediglich darum gegangen, Jallohs Identität zu klären. Zudem sei Schubert verpflichtet gewesen, »einen Richter hinzuziehen und dem Asylbewerber zusätzlich konsularische Hilfe bei der Vermittlung eines anwaltlichen Beistandes zu gewähren«, so Heinecke und Napp. Letzteres regele das Wiener Übereinkommen. »Oury Jalloh wurde nicht einmal über seine Rechte belehrt.«

Im Prozeß hatte Schubert angegeben, den gesetzlichen Richtervorbehalt schlicht nicht gekannt zu haben. Auch seien die Juristen nicht ständig erreichbar gewesen. Anders gesagt: Verdächtige wurden in Dessau erst einmal festgenommen und weggesperrt, auch ohne Richter. Das habe man »immer so gehandhabt«. Wegen dieses »Irrtums« hatte das Gericht Schubert nicht wegen Freiheitsberaubung bestraft. Für die Nebenklagevertreter ist das »rechtlich bedenklich«. »Ein langjähriger Dienstgruppenleiter muß seit Jahrzehnten gültige Rechtsnormen kennen, zumal ein Blick ins Gesetz genügt hätte«, rügten sie.

Der Verbrennungstod des 1968 in Sierra Leone Geborenen beschäftigt daneben auch das Landgericht Dessau-Roßlau. Jallohs Familie hatte im September 2011 gegen das Land Sachsen-Anhalt geklagt. Sie fordert Schmerzensgeld. Solange habe es gedauert, bis ihr Prozeßkostenhilfe gewährt wurde, informierte Rechtsanwalt Stephan Martin. Aufgrund ungeklärter Todesumstände zieht sich das Zivilverfahren hin, weshalb das Gericht den Beteiligten nun einen Vergleich vorgeschlagen hat: Das Land soll die Familie mit 9000 Euro für den qualvollen Tod des Sohnes und Bruders entschädigen. Wie die Initiative »In Gedenken an Oury Jalloh«, die sprachlich zwischen der Familie und deren Anwälten vermittelt, informierte, wollen die Angehörigen dem nicht zustimmen. »Ein Vergleich ist kein Urteil; die Frage der Schuld bliebe so unberührt«, übermittelte die Initiative die Ansicht der Familie. Die Entscheidung des Landes Sachsen-Anhalt steht indes aus. In dieser Woche hat es zum wiederholten Mal beantragt, die Frist zu verlängern.

Neue Runde im Fall Oury Jalloh

Von Susan Bonath

Die gerichtliche Auseinandersetzung um den Tod von Oury Jalloh geht in die dritte Runde. Knapp fünf Monate nach Ende des zweiten Strafprozesses zum Feuertod des Flüchtlings in einer Dessauer Polizeizelle im Januar 2005 liegt jetzt das schriftliche Urteil vor. Der 260 Seiten umfassende Schuldspruch gegenüber dem angeklagten Polizisten sei am Mittwoch eingegangen, bestätigte Nebenklageanwältin Gabriele Heinecke, die die Familie des Toten vertritt, am Donnerstag gegenüber jW. Demnach muß der frühere Dienstgruppenleiter Andreas Schubert eine Geldstrafe von 10800 Euro wegen fahrlässiger Tötung zahlen. Schubert habe Jalloh, der sich nach offizieller Version trotz drei Promille Alkohol im Blut und Fesselung an Händen und Füßen selbst angezündet haben soll, zu Unrecht einsperren und nicht genügend überwachen lassen. Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Nebenklage hätten einen Monat Zeit, ihre eingelegten Revisionen zu begründen. Danach werde der Fall – zum zweiten Mal – dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe übergeben. Dieser muß darüber entscheiden, ob er erneut aufgerollt wird.

Bis heute ist ungeklärt, wie das Feuer in der Arrestzelle ausbrechen konnte, in der Jalloh auf einer feuerfesten Matratze liegend angekettet war. Sicher ist, daß Polizeibeamte während der beiden Prozesse in Dessau und Magdeburg, die sich insgesamt über fast vier Jahre hinzogen, logen und vertuschten. Außerdem »verschwanden« wichtige Beweismittel. Fest steht ebenso, daß die Dessauer Polizisten 2005 entgegen gesetzlicher Bestimmungen keinen Richter nach der Festnahme Jallohs angerufen hatten. Eine Sachverständige hatte an einem verkohlten Feuerzeug, das Tage später bei den Asservaten auftauchte, weder Spuren aus der Zelle noch vom Opfer gefunden. Laut einem Mediziner paßt auch die These, Oury Jalloh sei durch Inhalieren der Flammen an einem Hitzeschock gestorben, nicht zur Position, in der die Leiche aufgefunden wurde. Fraglich blieb zudem, wie der Tote ohne Brandbeschleuniger so stark verbrennen konnte und weshalb in seinem Urin kein Streßhormon gefunden wurde.

Doch Staatsanwalt Christian ­Preissner begründete die Revision der Anklagebehörde lediglich damit, daß möglicherweise nicht hinreichend geklärt sei, ob man Schubert auch Freiheitsberaubung mit Todesfolge vorwerfen könne. Die Verteidigung will ihren Mandanten nachträglich von allen Vorwürfen entlasten. Rückendeckung erhält sie von der Gewerkschaft der Polizei (GdP), die Schubert sämtliche Straf- und Prozeßkosten erstatten will. »Ein einzelner Beamter kann nicht für mangelnde technische und personelle Ausstattung verantwortlich gemacht werden«, hatte im Januar Uwe Petermann, GdP-Landesvorsitzender in Sachsen-Anhalt, erklärt.

Für Anwältin Heinecke ist dagegen klar: »Das Gericht hat ein Urteil auf der Basis einer abenteuerlichen Theorie gefällt.« Der aus Sierra Leone stammende Asylbewerber könne sich nicht selbst angezündet haben. »Das ist mir während der Verhandlungen und Versuche klar geworden«, so Heinecke. Ob es Mord oder Selbstmord war, müsse ihrer Meinung nach in ein Urteil einfließen. Mit ihren Falschaussagen hätten die als Zeugen befragten Polizeibeamten aber bewiesen, »daß sich durch sie wohl nichts aufklären läßt«. Licht ins Dunkel der vielen Ungereimtheiten könnten nur umfangreiche brandtechnische und rechtsmedizinische Feststellungen bringen, begründete sie die Revision der Nebenklage. Sie und ihr Kollege Philipp Napp werden das Urteil in den kommenden Tagen zudem auf Rechtsfehler prüfen lassen, informierte Heinecke. Vorab bemängelte sie, daß sich das Landgericht Magdeburg mit der schriftlichen Ausfertigung »viel Zeit gelassen hat«. Laut Paragraph 275 der Strafprozeßordnung beträgt die Frist für einen Prozeß mit 67 Verhandlungstagen 19 Wochen. Diese war bereits am 25. April abgelaufen.

10.05.2013

Ein Weg für Torsten Lamprecht

Weg nach Neonaziopfer benannt

Von Susan Bonath

Torsten Lamprecht ging als erstes Todesopfer rechter Gewalt in die Magdeburger »Nachwende«-Geschichte ein. Nun soll ein Radwander- und Spazierweg im Stadtteil Cracau nach ihm benannt werden. Im wenig gedenkfreudigen Sachsen-Anhalt ist das schon fast eine Revolution. Immerhin 21 Jahre und langwierige Debatten hat es gebraucht, bis sich der Stadtrat nun mit den Stimmen von Linken, Grünen, SPD und Tierschutzpartei zu diesem Beschluß durchgerungen hat. Am 9. Mai 1992 hatten Neonazis den 23jährigen Punk in dieser Gegend brutal zu Tode geprügelt – unter den Augen der Polizei.

Jedes Jahr Anfang Mai treffen sich Politiker und Anwohner in Cracau und legen Blumen zur Erinnerung an den Ermordeten nieder. Das ist der offizielle Teil. Antifaschistische Gruppen zieht es zum Magdeburger Nordfriedhof in der Lübecker Straße. Dort, am Grab des Opfers, werden sie auch am kommenden Samstag um 18 Uhr Kränze niederlegen. Es ist zugleich ein stilles Gedenken an eine Zeit, in der Neonazis mit brachialer Gewalt die ostdeutsche Jugend köderten, Migranten und Linke quer durch die Stadt jagten und die Polizei häufig nicht eingriff. Mit 20 Bekannten feierte Lamprecht an diesem 9. Mai vor 21 Jahren den Geburtstag eines Freundes im längst abgerissenen Lokal »Elbterrassen«. Plötzlich tauchten 50 bis 60 Neonazis auf, griffen die Gruppe ohne Vorwarnung an, schlugen wahllos mit Baseballschlägern und Stahlrohren auf sie ein. Polizisten in einem Streifenwagen schauten aus unmittelbarer Nähe zu. Sie seien zu wenige gewesen, um einzugreifen, hatten sie nach späteren Aussagen des Wirts ihr Zögern begründet. Nach einer halben Stunde Gemetzel war alles vorbei, die rechten Schläger zogen unbehelligt ab. Zurück ließen sie eine Spur der Verwüstung, zwei Dutzend teils schwer Verletzte, darunter ein Mädchen mit zertrümmertem Schädel und Unterkiefer, sowie einen Toten.

Vergangenes Jahr hatten die Forderungen von Antifaschisten nach einer dauerhaften Form der Erinnerung schließlich Magdeburgs Stadtrat erreicht. Linke, Grüne, SPD und Tierschutzpartei beantragten, die Cracauer »Brücke am Wasserfal« nach dem Opfer zu benennen. Die Initiative scheiterte an »Bedenken« der Stadtverwaltung. Die verwies darauf, daß sich die Anwohner bereits 1998 in einem Bürgerentscheid gegen den Namen »Torsten-Lamprecht-Brücke« ausgesprochen hatten. Sie nachträglich umzubenennen, hielt die Verwaltung für »unangebracht«.

Der neue Name für den Weg sei nun ein Kompromiß, den allerdings nicht alle Stadträte mittrugen. So stimmte der vor kurzem aus der NPD ausgetretene Matthias Gärtner gegen jegliches Gedenken an den ermordeten Punk. Und die FDP sowie die Fraktion CDU/BfM (Bürger für Magdeburg) sprachen sich zwar für eine Tafel, jedoch gegen die Bezeichnung »Torsten-Lamprecht-Weg« aus. Nach Ansicht des CDU-Politikers Wigbert Schenke »ist über das Opfer zu wenig bekannt, um seine Person auf diese Weise zu würdigen«.

Neofaschisten haben auch nach Lamprechts Tod in Magdeburg weiter gemordet. Im Jahr 1997 erschlugen sie den 17jährigen Punk Frank Böttcher an einer Straßenbahnhaltestelle; 2008 starb der 20jährige Rick Langenstein nach dem brutalen Übergriff durch einen bekannten vorbestraften Rechten.

Junge Welt / 08.05.2013 / Inland / Seite 5

Torsten Lamprecht unvergessen !

Kranzniederlegung in Gedenken an Torsten Lamprecht 11. Mai 2013

Am 11. Mai 2013 ist mittlerweile der 21. Todestag von Torsten Lamprecht. Für uns bleibt Lampe unvergessen, so wie alle anderen Opfer rassistischer und faschistischer Gewalt auch. Wir wollen Torsten mit einem stillen Gedenken angemessen würdigen.

Deswegen Kommt zahlreich zur Kranzniederlegung am Grab.

Treffpunkt: 11.5.2013; 18.00 Uhr am Haupteingang Nordfriedhof (Lübecker Str.)/

Vortreffpunkt für Stadtfeld: 17.00 Uhr am Infoladen (Puschkinstr. 20)

Hintergrundinfos:

Am Abend des 9. Mai 1992 feierten etwa 20 Punks und Hippies auf den Elbterassen in Magdeburg Cracau den Geburtstag eines Freundes. Vor Ort waren permanent Polizisten postiert, welche die Feier überwachten. Wenig später wurde die Geburtstagsfeier zu einem Schlachtfeld. Kurz nach Mitternacht überfielen 50 -60 Nazis die Geburtstagsfeier. Die Täter griffen mit Baseballschlägern, Stahlrohren und Leuchtkugeln an. Trotz massiver Gegenwehr der Punks konnten sich die Faschisten Zugang zur Gaststätte verschaffen. In Panik versuchten sich die Angegriffenen in die Büsche und die Gaststätte zu flüchten, während einer der Täter sie mit Leuchtspurmunition beschoss. Als der organisierte Angriff begann, brach eine Panik aus. Zwischenzeitlich gelang es dem Wirt und Inhaber der Gaststätte über eine Mauer zu klettern und Hilfe zu holen. Als er in unmittelbarer Nähe einen Streifenwagen entdeckt und um Hilfe bittet, entgegnen die Beamten, dass sie zu wenige seien um einzugreifen. Innerhalb von einer halben Stunde wurde Torsten Lamprecht getötet und zwei dutzend Punks zum Teil schwer verletzt. Einer am Rand schlafenden Punkerin wurde mit einem Baseballschläger der Schädel und der Unterkiefer zertrümmert. Schon kurz nach dem Mord wurde seitens der Polizei behauptet, man sei schnell vor Ort gewesen. Dies widersprach allerdings nicht nur der Aussage des Inhabers der Kneipe, welcher angab, dass die Polizei erst eine halbe Stunde nach dem Überfall erschien. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits Rettungswagen vor Ort eingetroffen. Hinterher wurde klar, dass die Polizisten den Angriff aus sicherer Distanz beobachtet hatten und nicht eingeschritten waren. So sahen die Polizisten auch noch zu, als die Naziskins mit blutigen Baseballschlägern wieder abzogen. Es wurde gegen mehr als 30 Personen ermittelt und schließlich gegen 18 Täter Anklage erhoben. Im Februar 1995 wurde ein 24-jähriger Wolfsburger wegen Landfriedensbruchs im besonders schweren Fall in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu vier Jahren Haft verurteilt. Wer Torsten Lamprecht letztlich getötet hat, konnte nie richtig aufgeklärt werden.


Torsten Lamprecht unvergessen !